Altersarmut kommt

Altersarmut kommt

Rentner verlieren zunehmend an Kaufkraft, wie eine aktuelle Statistik der Regierung zeigt.

 

Experten warnen nun davor, dass langfristig die Altersarmut in Deutschland ansteigt und immer mehr alte Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sein werden. Die Kaufkraft der Rentner schrumpfte in den vergangenen zehn Jahren deutlich. So belegen Dokumente des Arbeitsministeriums, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, dass die Renten durchschnittlich um 0,99 Prozent steigen. Demgegenüber steht aber eine Inflationsrate von derzeit 2,3 Prozent.

Wie die Süddeutsche Zeitung weiterhin berichtet, stiegen die Preise zwischen 2001 und 2010 im Durchschnitt um 1,36 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die gesetzlichen Altersbezüge in diesem Zeitraum um 0,82 Prozent jährlich. Nach Abzug der Beiträge von Kranken- und Pflegeversicherung beträgt das Plus sogar nur noch 0,56 Prozent im Jahr. Damit ist der reale Wert der Renten innerhalb von zehn Jahren um sieben Prozent geschrumpft. Kritiker, darunter der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, warnen vor einer Welle der Altersarmut, die auf Deutschland zurollt. Sollten die Renten weiterhin in diesem Tempo sinken, so würde die Durchschnittsrente in zehn Jahren unterhalb der Grundsicherung liegen. Diese betrug 2009 etwa 658 Euro monatlich. Eine Erklärung der Regierung lautet, dass sich die jährliche Anpassung der Renten an die Lohnentwicklung und nicht an die Preisentwicklung orientiere. So wären auch die Löhne der Beschäftigten nicht vor Inflation geschützt. Linken-Chef Ernst plädiert aus diesem Grund für eine neue Rentenformel, die die Menschen vor Inflationsverlust schützt.

Weitere Statistiken der Bundesregierung zur Altersarmut zeigen, dass immer mehr alte und kranke Menschen auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind. Zwischen 2003 und 2009 stieg die Anzahl erwerbsgeminderter Personen unter 65 Jahren um 74 Prozent (325.000) auf knapp 764.000.  Bei den Hilfsbedürftigen im Alter ab 65 Jahren stieg die Zahl um 55 Prozent auf knapp 400.000.

Quelle: procontra-online.de

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