Europäische Schuldenkrise – wie sollte man darauf reagieren?

Die Situation in den europäischen Ländern ist in der Tat besorgniserregend. Jahrelanges Über-die-Verhältnisse-leben, Handelsdefizite und eine schlecht organisierte Fiskalpolitik haben zu enormen Verschuldungsquoten geführt, deren Zurückführung heute oberstes Gebot ist. Doch die Wirtschaftsentwicklung lahmt, was die Situation noch weiter verschärft. Deutschland geht es noch vergleichsweise gut, doch Deutschland ist auch der größte Gläubiger Im Euro-Raum, wenn es um den europäischen Stabilitätsfonds geht. Von den anderen Ländern ist kaum etwas zu erwarten, sie selbst hängen am Tropf des EFSF.

Was sollte der Sparer jetzt tun? Die Volkswirtschaftler sind sich uneinig, ob es zu inflationären Entwicklungen (Preissteigerungen) kommen wird, durch das Aufkaufen von Ramschanleihen durch die europäische Zentralbank und ein Aufblähen der Geldmenge. Das könnte eine Preisspirale in Gang setzen. Oder ob es zu deflationären Entwicklungen führen wird (Preisverfall), wie in Japan. Dort versucht die Zentralbank seit über 20 Jahren mit billigem Geld, das Wachstum anzutreiben. Sparer erhalten faktisch keine Zinsen auf ihr Guthaben.

Meiner Meinung nach sind dividendenstarke Aktien, Unternehmensanleihen, Immobilienhandelsfonds, eigenkapitalfinanzierte Unternehmensbeteiligungen und Edelmetallanlagen besser als Tages- und Festgeld. Denn der Realzins (Guthabenszins abzüglich Inflationsrate) ist heute bereits negativ. Mit Unternehmensanleihen sind Zinssätze von über 6 Prozent möglich, bei einer soliden Bilanz im Vergleich zu überschuldeten Staaten und deren Anleihen. Mit Immobilienhandelsfonds realisieren Anleger kurzfristig Gewinne, und liefern sich nicht der Gefahr fallender Immobilienpreise aus. Edelmetall dient ausschließlich als Währungssicherung und Rettungsanker, denn hier werden keine laufenden Erträge erzielt.

Torsten Priesemann

 

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