Mediation – das neue Allheilmittel für Streitigkeiten?


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Dr. Gernot Barth und Jonathan Barth

„Der Mediator ist wie ein Katalysator. Er ermöglicht die Verbindung von Teilen, die ohne dessen Hilfe nicht zueinander finden würden.“ Karl Anton

Immer wieder wird in den letzten Jahrzehnten – Tendenz steigend – von win - win - Situationen gesprochen. Dabei sind Konfliktlösungen gemeint, bei denen sich beide Seiten als Gewinner fühlen. Etwas weniger euphemistisch ausgedrückt geht es darum, dass die Streitparteien das Gefühl haben, etwas gewonnen zu haben. Eine Methode , die diese win – win – Situationen hervorbringen soll ist die Mediation. Ihre Ursprünge liegen zwar schon Jahrhunderte zurück, in Deutschland erhält sie jedoch erst seit ca. 20 Jahren neuen Auftrieb, auch unterstützt durch das 2012 verabschiedete Mediationsgesetz.

Im Gegensatz zum Gerichtsverfahren erarbeiten die Streitparteien eigenständig eine Konfliktlösung. Das Mediationsverfahren bringt also keine Gewinner und Verlierer hervor, wie es ein Gerichtsverfahren durch einen Richterspruch zum Ziel hat. Der Mediator fungiert dabei gewissermaßen als Verfahrensleiter und achtet darauf, dass alle Sichtweisen angemessen in die Lösung miteinbezogen werden.

Die Mediation basiert zum einen auf Resultaten der Konfliktforschung in der Moderne und zum anderen auf dem Verhandlungskonzept, wie es an der Harvard Universität in der Folge der Begleitung der Verhandlungen zwischen Israel und Ägypten im Sinai-Konflikt entwickelt wurde. Das Harvard – Konzept fokussiert die Konfliktparteien auf deren Bedürfnisse und Interessen, auf deren Anliegen im Konfliktlösungsprozess. Dafür stehen 4 Grundprinzipien, die hier gleichzeitig auf die Mediation ausgelegt werden:

  1. Trennung von Person und Sache: Die Kunst der Verfahrensführung besteht darin, eine Beziehungsstörung zwischen den strittigen Parteien nicht über die inhaltliche Auseinandersetzung dominieren zu lassen. Optional ist diese in schwierigen Fällen separat zu bearbeiten.
  2. Im Fokus stehen nicht die Forderungen an die andere Seite, sondern die Herausarbeitung der eigenen Interessen in der Auseinandersetzung.
  3. Es wird angestrebt, Lösungsoptionen zu entwickeln, die dem eigenen Anliegen gerecht werden und beiderseitigen Gewinn versprechen bzw. den Verlust minimieren.
  4. Es werden Kriterien entwickelt, die eine Bewertung des Verhandlungsergebnisses ermöglichen - inwieweit es den jeweils eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Wo und wann kommt Mediation zur Anwendung?

Familienmediation
z.B. Generationsauseinandersetzungen oder Trennungs- und Scheidungsmediation

Wirtschaftsmediation
z.B. zwischen Unternehmen und Kunden (u.a. Versicherungen), innerhalb des Unternehmens, zwischen Unternehmen

Mediation im öffentlichen Bereich
z.B. Nachtflugverbote an Flughäfen, der Bau von Umgehungsstraßen, etc.

Was macht ein Mediator und welche Standards existieren?
Der von den Parteien ausgewählte Mediator ist in der Verfahrensführung zu Allparteilichkeit und Neutralität verpflichtet. Per Vertrag ist er wie auch die Streitparteien zur Verschwiegenheit und Vertraulichkeit verpflichtet. Dies betrifft alle Informationen zum Sachverhalt, die im Verfahren zur Sprache kommen.

Wann macht eine Mediation Sinn?
Die Einleitung eines Mediationsverfahrens erscheint dann sinnvoll, wenn die Parteien ihren Konflikt eigenverantwortlich regeln wollen sowie rechtliche Hinderungsgründe dem nicht im Wege stehen Der Gewinn eines Gerichtsverfahrens ist mitunter nicht die beste Lösung, so man an weiteren guten Geschäftsbeziehungen interessiert ist. Hat eine Seite das Gefühl, das Recht „ganz auf meiner Seite zu haben“ wird in der Regel dem Gang zur rechtlichen Auseinandersetzung der Vorzug gegeben.

Wer trägt die Kosten?
Es fällt bei einer Mediation lediglich ein Honorar für den Mediator an. Dieses wird in der Regel stündlich abgerechnet. Seit einigen Jahren bieten einige Versicherer im Rahmen ihrer Rechtsschutzversicherung Policen an, die Mediationsverfahren gleichberechtigt mit Gerichtsverfahren behandeln und die vollen Mediationskosten übernehmen.

www.steinbeis-mediation.com

Weitere Informationen zur Mediation finden Sie auf der Seite des Fachmagazins Die Mediation unter www.diewirtschaftsmediation.de

 

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